Adieu Netzneutralität: Die ersten Internetanbieter planen bereits, Gamer und andere Dauernutzer stärker zur Kasse zu bitten.

Nachdem das EU-Parlament vor kurzem eine kontroverse Entscheidung zur Netzneutralität getroffen hat, die es Providern erlaubt zusätzliche Gebühren für „Spezialdienste“ zu verlangen, hat sich Telekom-Chef Höttgens bereits dazu positioniert: Geht es nach ihm, so will man demnächst einige Nutzer stärker zur Kasse bitten. Neben Startup-Unternehmen, Telemedizinern und Nutzern von Videokonferenzen sollen auch Gamer in Zukunft bezahlen, um auf der Datenautobahn „Vorfahrt“ zu erhalten.

Höttgens argumentiert, dass Nutzer bereits jetzt im Netz die Möglichkeit haben, Premium-Dienste für ihre Bedürfnisse zu buchen: Zusätzlichen Mailspeicher, HD-Videos oder Extrafunktionen bei Portalen wie Xing und linkedIn. Um Prioritätsfunktionen wie Gaming oder Videokonferenzen störungsfrei und zu jeder Zeit mit der höchsten Geschwindigkeit liefern zu können, müssen diese Daten daher gegenüber herkömmlichem Netzverkehr Vorfahrt erhalten – und das kostet nunmal.

Auch Vodafone hat sich gegenüber dem Spiegel bereits zu den Plänen der Telekom geäußert: „Vodafone verfolgt derzeit keine solchen Planungen, die Aussagen der Telekom sind aus unserer Sicht aber richtig […] Ein Ein-Klasse-Internet gibt es bereits heute nicht.

Internetnutzer in ganz Deutschland reagieren auf diese Entwicklung wie zu erwarten mit wenig Begeisterung: Netzaktivisten sehen die Gleichberechtigung von Daten im Internet in Gefahr, und Dauernutzer fürchten explodierende Kosten für bisher selbstverständliche Aktivitäten.

Was hältst du von den Plänen der Telekom? Wärest du bereit, für störungsfreies Gaming auf Kosten anderer Online-Dienste mehr zu Bezahlen?

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