Bernhard Heinzlmaier gab jüngst ein interessantes Statement zu unserer derzeitigen Jugend ab. Dabei umschreibt er wie die Generation YouTube, besonders unter 25 Jahren, vor einer totalen Kommerzialisierung durch große Konzerne in die Knie geht.

Konsumzombie

Auch wenn dieser Beitrag aus der Jugendforschung kommt, hat er doch für uns als Magazin mit Zielgruppe in genau diesem Bereich eine nicht zu verachtende Gewichtung. So deklariert Bernhard Heinzlmaier sein Statement mit der netten und unmissverständlichen Überschrift:

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Ich sehe den Trend zum angepassten Hosenscheißer

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Was genau damit gemeint ist, klären wir in den folgenden Zeilen. Als Merkmal oder Eigenschaft der jungen Generation von heute nennt Heinzlmaier das “Aufsteigen durch das Mitmachen“. Sozusagen der moderne Mitläufer auf sämtlichen Ebenen, es wird nicht gefragt sondern mitgemacht – später wird eventuell noch auf der eigenen Facebook-Wall ein Meckerpost verfasst, das war es dann aber auch schon.

Stimmt nicht? Erinnern wir uns an Kony 2012 – klicke Gefällt mir und teile diesen Beitrag um den Warlord zu stoppen. Ne ist klar!

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Diese Generation ist nicht perspektivlos oder verdrossen, denn was ihre egoistischen Ziele anbelangt, sind sie ganz klar orientiert. Ein großer Teil der Jugend ist cool, durchsetzungsfähig und kämpferisch, eine Art moderner Warrior. Ich finde sie sogar beängstigend gut orientiert. Die Konzernchefs sind zufrieden, denn junge Menschen sind angepasste, ausbeutbare und brave Konsumenten. Aber man darf das alles auch wieder nicht zu sehr generalisieren.

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Um das mal zusammen zu fassen, wenn sich fünf Kumpels bei Keyshop Aktenzeichen-XY ungelöst den schlechtesten Shooter aller Zeiten für 7 Euro schießen, wird mitgezogen. Wenn ein riesiger Shitstorm zum neuen Call of Duty, Duke Nukem oder einem anderen erdenklichen Titel aufzieht und die gesamte Spielerschaft jenen Titel zum Boykott verurteilt, hält dieser kurze Schauer meist nur an, bis das erste Angebot mit geschenktem, nutzlosen DLC auftaucht – gekauft!

Shitstorm

Ohne es zu generalisieren – aber ich erwische mich selbst manchmal dabei, wie ich vor dem Steam-Sale hocke und abwäge, ob ich mir irgendein blödsinniges Spiel kaufe, nur weil ich mal davon gehört habe und es gerade nur knappe 10 Euro kostet. Wer ähnliche Situationen kennt, sollte vielleicht genau jetzt damit anfangen sein Kaufverhalten zu hinterfragen. In den letzten Jahren gab es genug Beispiele von Versuchen seitens der Publisher, auszuloten, inwieweit sich der Kunde verarschen lässt und wo seine Schmerzgrenze liegt.

Diese Aneinanderkettungen von negativen Schlagzeilen finden derweil in immer kürzeren Intervallen statt – nur eine Seite bleibt unbehelligt, nämlich die Umsatzzahlen derer, die in den Schlagzeilen aufs Korn genommen werden. Das hat mittlerweile fast jeder Publisher begriffen, sie können mit uns machen was sie wollen, sie müssen es uns nur schmackhaft verkaufen.

Die Frage ist daher, wendet ihr euch von einzelnen Titeln ab wenn euch Ungerechtigkeit widerfährt oder erwischt ihr euch doch wieder in der Rolle des braven Konsumenten? Teilt uns mit zu welcher Art Kunde ihr euch zählt, wie ihr euch vor dem Kauf Informationen einholt und welche Erfahrungen ihr bis jetzt gemacht habt.

Das vollständige Interview mit Bernhard Heinzlmaier findet ihr hier.

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Quelle: Paroli-Magazin

  • Zockerus

    Ob Call of Duty, Sim City oder Emergency nach den Scheiß was da beim Start los war und noch ist, sind diese Titel für mich gestorben! Gutes Beispiel ist auch Sony, haben mich bei der PSP mit dem Support probiert zu verarschen! Die werde ich nicht mehr kaufen und erst recht anderen vom Kauf abraten! Mich verraschen die großen Firmen nicht mehr!